Unterwegs kommen mir oft die besten Ideen. Ein Gedanke in der U-Bahn beim Podcast-Hören. Ein Artikel oder Social-Media-Post, der eine spontane Blogidee auslöst.
Wohin jetzt mit dieser Quelle?
Eigentlich schreibe und denke ich in meinem digitalen Zettelkasten.1 Da ich aber keine Cloudversion nutzen möchte, kann ich unterwegs nicht darauf zugreifen. Also müsste ich mir den Link oder die Idee per Mail schicken oder in einem Cloudspeicher wie Google Drive ablegen, um sie später in den Zettelkasten oder ins Blog zu übernehmen..2
Ich würde mir wünschen meine Idee oder der Link zu einer interessanten Information würden sofort im Backend meiner Website als Entwurf abgespeichert werden.
Das kann doch nicht so schwer sein! Ist es auch nicht!
Die Lösung: Ein eigenes E-Mail-Postfach, das neue Mails automatisch als Beitragsentwurf in WordPress anlegt.
Schritt 1 – Ein eigenes Postfach anlegen
Ich empfehle dir, für diesen Zweck eine eigene E-Mail-Adresse einzurichten.
Ich selbst bin dank Nele Hirschs Vehemenz auf der OERcamp Werkstatt 2025 in Darmstadt und ihrer tollen Anleitung bei Hetzner gelandet und habe dort meine Domain gehostet (oder sagt man „gekauft“?). Hetzner bietet die Möglichkeit, Mailadressen wie „idee@meinedomain.de“ einzurichten.
Gesagt getan.
In der Verwaltungsoberfläche von Hetzner (konsoleH) habe ich ein neues E-Mail-Postfach erstellt. Das geht einfach: Name (z. B. „idee@meinedomain.de“) und Passwort vergeben, fertig. Das klappt bei jedem Anbieter. Der Vorteil bei Hetzner: die Adresse bekommt den „Nachnamen“ meiner Website, also: xyz@frankundfreiwillig.de, das macht es einfacher zu merken und persönlicher.
Jetzt braucht ihr noch die Mailprotokolle, die euer Anbieter verwendet (POP3-SSL oder IMAP-SSL) und den dazugehörigen Port. Bei Hetzner findet ihr alle Infos unter „Email Konto einrichten„. Wichtig: Immer die SSL-Verschlüsselung wählen.
Schritt 2 – Das Postfach mit WordPress verbinden

Als nächstes brauchen wir ein WordPress Plugin. Ich habe mich für Postie entschieden. Dieses Tool ruft später regelmäßig Mails aus dem eingerichteten Postfach ab.
Die Installation läuft über das WordPress Dashboard. Du findest das Menü für die Plugins in der Leiste am linken Bildschirmrand. Nach der Installation erscheint „Postie“ in dieser Leiste.
Dort trägst du deine Zugangsdaten ein.
- deine Adresse (z.B. „blogidee@meinedomain.de“),
- die Serveradresse (z.B. „mail.your-server.de“),
- dein Passwort,
- das Protokoll (POP3-SSL oder IMAP-SSL),
- den Port (z.B. 995, Postie schlägt passende Werte vor).
Wichtig: SSL aktivieren und die Serveradresse exakt so eintragen, wie dein Anbieter sie vorgibt. Bei Hetzner gibt es eine spezielle Seite zum Einrichten eines Mailkontos, dort habe ich alles gefunden was ich brauchte. ❤️
Schritt 3 – E-Mail abschicken, Entwurf erscheint
Jetzt kannst du einfach eine E-Mail an die Adresse schicken. Der Betreff wird zum Titel, der Text zum Inhalt des Beitrags.
Standardmäßig veröffentlicht Postie den Beitrag direkt. Unter „Message“ findest du die Einstellung „Default Post Status“ – hier kannst du „Entwurf“ auswählen, sodass der Beitrag erst einmal intern landet.
Was noch?
Beim ersten Test kam die Mail nicht sofort an. In den Einstellungen habe ich dann gesehen, dass Postie standardmäßig nur alle 30 Minuten die Mails abruft. Das kann man in Postie ändern. Ich habe es auf default gelassen.
Du kannst auch einstellen, ob deine Mails nach dem Abrufen durch Postie in deinem Postfach gelöscht werden oder ob du sie parallel dort aufbewahren willst. Da ich die Adresse nur zum Versand an meine Adresse brauche, lasse ich die Mail automatisch löschen. Wenn du das nicht möchtest, musst du als Protokoll IMAP wählen.
Fertig!
Jetzt kann ich Ideen, Notizen oder halbfertige Beiträge auch unterwegs per Mail an mein Blog schicken. Ich könnte damit sogar andere einladen, ebenfalls Entwürfe beizusteuern.


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